Fachkräftemangel: Kommt jetzt die Blue Card?

Kennt noch irgend jemand Jürgen Rüttgers? Der war ja mal Ministerpräsident von NRW und hat sich im Wahlkampf auf den unglaublich platten Spruch "Kinder statt Inder" eingelassen. Anlass war es, dass seinerzeit Fachkräfte – unter anderem aus Indien – nach Deutschland gelotst werden sollten, um hierzulande den Fachkräftemangel zu kompensieren.
Egal, ob der Fachkräftemangel nun ein Resultat des demographischen Wandels ist, oder aber einer verfehlten Bildungspolitik oder aber ein Medien-Phänomen, eines bleibt klar: Man scheint einen Mangel an Fachkräften zu spüren und sehnt sich daher nach Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland.
Und, weil es eine Green-Card schon lange in den USA gibt, hat man sich hierfür einen schönen Namen ausgedacht: Blue Card. Und die soll es nach den Vorstellungen der Bundesregierung möglich machen, dass Menschen, die nicht aus der EU stammen, trotzdem in Deutschland arbeiten können. Regierung lockt Fachkräfte schreibt zum Beispiel die FAZ hierzu, die SZ benennt insbesondere den Ingenieurmangel als Grund für das neue Aufwärmen dieser Idee. Und die taz entlarvt den Vorstoß der Bundesregierung als halbgaren Versuch, EU-Recht umzusetzen und nimmt die Einwanderungspolitik in Deutschland ins Visier.
Auch von Seiten der Wirtschaft gibt es Kritik: Die vielen Einschränkungen und Bedingungen, die mit der Blue Card einher gehen, werden bei den potenziellen Fachkräften, die nach Deutschland kommen könnten, kaum für ein Gefühl des Willkommen-Seins erzeugen. Das kennt man ja. Nicht erst seit Herrn Rüttgers.

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